Damit die Wartezeit bis zum nächsten Deutschlandspiel nicht so lang ist, möchten wir euch einen kleinen virtuellen Blick hinter die Kulissen ermöglichen. Viele von euch kommen kurz vor dem Spiel auf die Wiese, holen sich etwas zu trinken oder auch einen kleinen Snack, treffen auf nette Bekannte, gucken sich das Spiel an und gehen direkt im Anschluss wieder nach Hause, um den Rest des Abends gemütlich auf dem Sofa ausklingen zu lassen. Das ist auch richtig so. Aber ein Großteil der Besucher sieht oftmals gar nicht, wie viel Arbeit und wie viele Stunden Muskelkraft und Organisationsgeschick wir investieren, damit ihr eben diesen entspannten Abend verbringen könnt. „Die größte Herausforderung für uns ist es, das Personal entsprechend zu organisieren und einzuteilen, denn parallel laufen Kinobetrieb und die Gastronomie im Down Under weiter“, sagt Cineplex-Geschäftsführerin und Organisatorin Jill Wildmann. Neben der Personaleinteilung komme die Logistik der Waren hinzu. Die Kaiserpfalzwiese als Veranstaltungsort sei zudem eine Herausforderung für sich. „Wir sind vor jedem Spiel vier Stunden mit dem Aufbau und nach dem Spiel bis zu drei Stunden mit dem Abbau beschäftigt“, fügt Florian Wildmann hinzu. „Und das alles mit eigenen Leuten.“ Vor jedem Event müssen die Kabel komplett neu verlegt und angeschlossen werden und im Anschluss muss natürlich alles wieder hergerichtet werden, wie es war. Dass dabei Fehler passieren können, ist menschlich. „Wir hoffen immer, dass die Technik funktioniert“, sagt Jill. Durch die WM vor zwei Jahren habe das Team viel gelernt. Jetzt läuft alles und jeder weiß, wo er anpacken muss. Trotz allem bleibt das Public Viewing ein großes finanzielles Risiko für das Organisatoren-Ehepaar. Allein die Miete für die knapp über 30 Quadratmeter große Leinwand kostet soviel wie ein Neuwagen und die Anschaffung einer eigenen Leinwand wäre so teuer wie eine Luxusvilla. Da rechnet sich der Einsatz alle zwei Jahre nicht. „Hinzu kommt, dass wir wegen Vorgaben der UEFA und der öffentlich-rechtlichen Sender keinen Eintritt nehmen dürfen“, erklärt Florian. Da zur derzeitigen politischen Lage das Sicherheitsaufkommen sehr hoch ist, muss entsprechend viel Personal vor Ort sein, das auch bezahlt werden muss. Unsere Kosten für Lebensmittel und Getränke, die Genehmigungen der Stadt sowie die Miete für die Pfalzwiese, die Dixie-Toiletten und die Getränkewagen sind da noch nicht eingerechnet. „Deshalb ist der VIP-Bereich für uns auch so wichtig, über den viele meckern. Für uns bedeutet er aber wichtige Einnahmen“, betont Jill.  Wir können sehr glücklich sein, wenn wir alle Kosten ansatzweise decken können.

Warum machen wir das alles?! Wir möchten einen Ort der Gemeinschaft schaffen, an dem sich Goslar treffen kann. Viele beschweren sich, dass in der Stadt zu wenig getan wird. Wir möchten den Einwohnern etwas bieten und die Region interessanter machen. Wir möchten aber auch Familien und Menschen, die nur wenig Geld haben, die Möglichkeit geben, sich dank unserer niedrigen Preise für Essen und Getränke, einen schönen Abend zu machen. Die Wiese soll eine Art Begegnungsort für alle Menschen werden, die gemeinsam friedlich feiern möchten. „Es ist einfach ein Rudelgucken für Jedermann“, sagt Florian. „Die Leute dürfen gerne ihren Spaß haben und auch mal einen über den Durst trinken, aber Menschen, die pöbeln, randalieren oder mit Drogen oder Alkohol dealen, haben bei uns nichts zu suchen.“ Über eine Sache sind sich die Beiden auch einig: „Wir sind traurig, wenn einige meckern, dass in Goslar nichts los und wenn wir dann mal was auf die Beine stellen, sich auch darüber noch beschweren.“ Jedes Public Viewing bedeutet für uns alle harte Arbeit, es kostet nicht nur Kraft und Nerven, sondern nimmt uns auch die Zeit, die wir abends alle mit unserer Familie verbringen könnten. Wir geben jedes Mal hundertprozentig Vollgas für euch, doch auch wir sind alle nur Menschen und keine Maschinen…